Aufgrund ihres optischen Erscheinungsbildes gelangt der Betrachter schnell zu der irrigen Annahme, bei der Blindschleiche handelt es sich um eine Schlange. Auch ihre wissenschaftliche, lateinische Bezeichnung „Angius fragilis“ ist in diesem Zusammenhang durchaus irreführend, denn „Angius“ bedeutet in der Übersetzung Schlange. Doch das Tier zählt zu der Gattung der Echsen, was sich anhand der Form von Skelett und Schädel eindeutig belegen lässt. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind daneben ihre relative langsame und steife Fortbewegungsart. Der Zusatz „fragilis“ bedeutet zerbrechlich. Dieses ist vermutlich auf den Schwanz bezogen, der abgeworfen werden kann, sich jedoch im Laufe der Zeit wieder regeneriert. Der nachgewachsene Schwanz ist dann in der Folge deutlich dunkler. Wie in einem Online Beitrag des Online Portals www.schlangen-in-deutschland.de nachzulesen ist, wurde die Blindschleiche durch die Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Reptil des Jahres 2017 gekürt.

 

Aussehen, Lebensraum und Verbreitung

 

Die Blindschleiche erreicht eine Körperlänge von 45 bis 52 Zentimetern, wobei rund zwei Drittel auf den Schwanz entfallen. Die Farbgebung erwachsener Tiere zeigt sich vielfach variabel und reicht von verschiedenen Brauntönen bis hin zu einem gelblichen Aussehen. Ihre Flanken sind oftmals deutlich heller als die Rückenpartie, auf der geradlinige oder unterbrochene Längsstreifen auftreten können. Der runde und glatte Körper ohne Extremitäten, besitzt eine gleichmäßige Schuppenform und fühlt sich in den Händen kühl an. Die ungiftigen Echsen besitzen nicht die für Schlangen typische Oberlippenlücke und müssen daher ihr Maul zum Züngeln ein wenig öffnen. Dadurch nimmt auch sie Geruchsstoffe aus ihrer Umgebung wahr.

Nahezu im gesamten europäischen Raum sind Blindschleichen anzutreffen, ausgenommen in Irland, einem großen Teil der iberischen Halbinsel und in Nordskandinavien. In Mitteleuropa zählen die Tiere zu den am häufigsten verbreiteten Reptilien. Auch in Mittel- und Hochgebirgen sind sie oftmals anzutreffen.

 

Zum bevorzugten Lebensraum der Echsen zählen

 

  • Natürlich belassene Gärten
  • Moorlandschaften
  • Parkanlagen
  • Grasreiche Waldgebiete
  • Wiesenlandschaften
  • Heidegebiete

 

Besonders gerne haben es Blindschleichen, wenn ihre Umgebung mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit sowie dichter Bodenvegetation zur Deckung ausgestattet ist. Trotz ihrer umfangreichen Vorkommen, bekommt man die Tiere im Proporz eher selten zu Gesicht. Insbesondere zur Dämmerung und tagsüber, bei warmen Temperaturen (auch wenn es regnet), wagen sie sich ins Gelände. Wer sich gezielt auf die Suche begeben möchte, sollte dazu marodes Holz umdrehen oder Steine aufheben, unter denen sie sich gerne verbergen. Die völlig harmlosen und ungiftigen Reptilien sind ansonsten eher scheu und zeigen bei Annäherung ein ausgeprägtes Fluchtverhalten. Ihre Winterruhe nehmen Blindschleichen im mitteleuropäischen Raum zumeist in der Zeit von November bis April ein. Dabei bevorzugen sie die Gesellschaft von Mitgliedern ihrer Art. Als Unterkunft dienen exemplarisch verlassene Tierbauten oder tief gelegene Wurzellöcher. Zu ihren natürlichen Feinden zählen

 

  • Füchse
  • Igel
  • Marder
  • Greifvögel
  • Wild- und Hauskatzen

 

Während Blindschleichen in Zoos oder ähnlichen Gehegen bis zu 50 Jahre alt werden können, ist ihre Lebensdauer in freier Natur deutlich geringer. Dieses ist der Vielzahl ihrer tierischen Feinde sowie den täglichen Gefahren des Straßenverkehrs geschuldet.

 

Der Speiseplan der Blindschleichen

 

Zu den Lieblingsspeisen der Echsenart zählen vor allem Schnecken, Raupen und Asseln. Doch auch Ameisen, Blattläuse, Spinnen oder Saftkugler du Regenwürmer werden gejagt und verspeist. Diese Beute entspricht ihrer durchweg langsamen Fortbewegungsart, da sich diese Nahrung bequem und ohne große Anstrengung fangen lässt.

 

Paarung und Fortpflanzung von Blindschleichen

 

Die männlichen Blindschleichen liefern sich harte Kämpfe um die heißbegehrten Weibchen. Die Kontrahenten versuchen, sich gegenseitig zu Boden zu drücken und umschlingen und beißen sich während dieses Prozedere. Während des Paarungsaktes beißt das Männchen die Weibchen in den Nacken, wobei der Hemipenes in die Koalke des Weibchens eingeführt wird. Der Akt zieht sich zumeist über mehrere Stunden hin. Die Tragezeit beträgt 11 bis 14 Wochen, wobei im Anschluss daran acht bis zwölf Junge durch das Weibchen zur Welt gebracht werden.

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